Psychosoziale Notversorgung im Haushalt gestärkt

Der Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter für Bevölkerungsschutz der Grünen Bundestagsfraktion, Leon Eckert, kommentiert die erfolgreichen Haushaltsverhandlungen für die psychosoziale Notversorgung:

„Ich freue mich sehr über die Verankerungen für mehr Forschungsmittel für psychosoziale Notversorgung im Bundeshaushalt für nächstes Jahr. Nachdem ursprünglich keine Gelder vorgesehen waren, ist es uns gelungen, 400.000€ für die Forschung im Haushalt zu verankern. Das ist ein deutliches Zeichen für einen starken Bevölkerungsschutz.
Die psychosoziale Notversorgung in Deutschland muss zwingend besser gefördert werden. Die Versorgung von Menschen in Notlagen geht weit über die medizinische Erstversorgung oder die Befreiung aus gefährlichen Situationen hinaus. Auch psychische Belastungen können als Folge eines Unfalls Betroffene langfristig belasten. Auch Retter selbst können von Belastungssituationen im Einsatz betroffen sein.
Mit den Geldern kann an das erfolgreiche Konsensus Projekt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe von vor über 10 Jahren angeknüpft werden. Der Austausch zwischen der Wissenschaft und den Ländern war der Ursprung für viele Einsatzkonzepte, die heute angewandt werden. Nach über 10 Jahren ist es jedoch Zeit, aktuelle Forschung und Erfahrungen aus den Einsätzen in die Praxis einfließen zu lassen. Ein Konsensus 2.0, der mit diesem Geld möglich wird kann entscheidend zur Verbesserung der PSNV im Einsatz beitragen.“

Aber was bedeutet das?

Ein Thema, das viele Menschen nur in Ausnahmezuständen betrifft: Die Psychosoziale Notfallversorgung, kurz PSNV. Es gibt unzählige Ereignisse, die Menschen innerlich schwer belasten können. Bspw. der Tod von Angehörigen, das Miterleben eines schweren Verkehrsunfalls oder die Ohnmacht während einer Katastrophe. Die Versorgung von seelischen Belastungen wird i.d.R. von ehrenamtlich tätigen Teams (Kriseninterventionsteams, kurz KIT) übernommen. Sie helfen Betroffenen dabei, mit ihrer momentanen belastenden Situation zurechtzukommen. Eine erste psychische Stabilisierung ist wichtig, um im Nachgang von traumatischen Ereignissen Folgeerkrankungen, wie eine sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung zu verhindern.
Auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW oder weiteren Hilfsorganisationen selbst können von der psychosozialen Notversorgung profitieren, denn das in Einsätzen Erlebte, beispielsweise bei der Bergung von Verkehrsopfern, kann traumatisierend wirken. Durch eine flächendeckende psychosoziale Notversorgung werden die Strukturen innerhalb des Katastrophenschutzes gestärkt.