„Castor-Transporte sind ein Sicherheitsrisiko – Bayern darf nicht zur Durchfahrtsstrecke für Atommüll werden“ – Jetzt Einwendungen schreiben
Leon Eckert MdB: „Castor-Transporte sind ein Sicherheitsrisiko – Bayern darf nicht zur Durchfahrtsstrecke für Atommüll werden“ – Jetzt Einwendungen schreiben
München/Eching, 23. September 2025
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat die Genehmigung für zwei Castor-Transporte vom Forschungsreaktor in Garching bei München ins nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus erteilt. Betroffen ist damit auch Bayern, voraussichtlich mit einer Route quer durch dicht besiedelte Regionen wie den Landkreis Freising und die Gemeinde Eching. Konkrete Zeitpunkte und Fahrstrecken sind geheim.
Die Transporte beinhalten hochproblematische Brennelemente aus Garching, die seit Jahrzehnten in der Kritik stehen. Anstatt eine Lösung für die sichere Bearbeitung und Endlagerfähigkeit zu entwickeln, wird das Problem auf die Straße und über hunderte Kilometer in ein Zwischenlager und ohne Perspektive auf ein Endlager verschoben.
„Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass hochradioaktives Material mitten durch Bayern transportiert wird, nur weil sich die CSU-geführte Staatsregierung seit Jahrzehnten weigert, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Leon Eckert, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, aus Eching. „Markus Söder tritt regelmäßig als lautstarker Befürworter der Atomkraft auf, doch wenn es um den hochgefährlichen Müll geht, drückt er sich vor jeder Verantwortung. Ehrlichkeit würde bedeuten, den Menschen klar zu sagen: Wer Atomenergie fordert, muss sich auch den Risiken und dem Atommüll stellen. Stattdessen werden die Probleme verdrängt und quer durchs Land verschoben – auf Kosten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Für die Menschen entlang der Strecke, auch in meiner Heimatregion rund um Eching, entsteht so ein unkalkulierbares Risiko. Geheimhaltung ersetzt hierbei keine Sicherheitskonzepte.“
Eckert unterstützt dabei die Kritik aus dem Bayerischen Landtag. So ist gerade für den Forschungsstandort Bayern dies in besonderer Weise ein unhaltbarer Zustand. „Mit der Verlagerung der Brennelemente in das älteste deutsche Zwischenlager ist unter Sicherheitsgesichtspunkten nichts gewonnen“, so Claudia Köhler, Grüne Landtagsabgeordnete. Statt die Brennelemente endlich endlagerfähig zu machen, schiebt auch die Technische Universität München diese Aufgabe seit über 20 Jahren vor sich her. „Dabei wäre mit dem Radiochemie-Institut an der TU in München am ehesten die Kompetenz dafür vorhanden“, so Köhler. „Es ist ein Armutszeugnis für den Forschungs- und Technologiestandort Bayern, dass diese technische Herausforderung nicht angenommen wird“.
Zum Schutz der betroffenen Bürgerinnen und Bürger unterstützt Eckert daher ausdrücklich Einwendungen gegen die Genehmigung und fordert von Söder, der CSU und allen Beteiligten endlich Ehrlichkeit zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und die Menschen in der Region offen über die Risiken zu informieren.
Alle Echingerinnen und Echinger können sich mit einer Einwendung an
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung
Wegelystraße 8
10623 Berlin
Deutschland
wenden.
Mustereinwendung: Mustereinwendung Orano NCS | Leon Eckert | #ImEinsatzFürEuch im Bundestag
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit erhebe ich Leon Eckert, Mitglied des Deutschen Bundestages, Widerspruch gegen den am 25.08.2025 nach § 4 Atomgesetz zugunsten der Orano NCS GmbH erlassenen Beförderungsgenehmigung (Az.: GE 3 – 7584 – VS-NfD).
Zur Ermöglichung der Erarbeitung der Widerspruchsbegründung beantragen wir die Gewährung von Akteneinsicht durch Zurverfügungstellung der Verwaltungsakte; hilfsweise – bzw. ggf. vorab –
· die Übersendung digitaler Kopien der durch die Orano NCS eingereichten sicherungstechnischen Unterlagen sowie
· behördliche Vermerke betreffend deren Prüfung sowie sonstige Stellungnahmen / Gesprächsprotokolle zu diesen Unterlagen,
· und die Gewährleistung der Sicherheit der Transporte betreffende Fragen und vorliegende Stellungnahmen von anderen Fachbehörden oder Dritten betreffend die Frage der Gewährleistung der Sicherheit der Transporte.
Mit freundlichen Grüßen
Leon Eckert, MdB
Bündnis 90/Die Grünen
