15 Mai, 2026

Pressemitteilung von MdB Leon Eckert: Kostenexplosion bei B2-Umgehung Murnau – Leon Eckert fordert Stopp des Straßenneubaues

Freising/ Berlin /Murnau a. Staffelsee, 15. Mai 2026 – Die geplante Ortsumgehung der Bundesstraße 2 (B2) bei Murnau am Staffelsee wird immer teurer. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) hervorgeht, liegen die aktuellen Kosten inzwischen bei 49,1 Millionen Euro. 2014 waren für das Projekt noch 29,4 Millionen Euro veranschlagt worden.

Damit haben sich die Kosten innerhalb von rund zehn Jahren um fast 20 Millionen Euro beziehungsweise rund zwei Drittel erhöht – obwohl sich das Projekt weiterhin in einem frühen Planungsstadium befindet und zentrale Fragen, etwa zu Varianten oder konkreten Lärmschutzmaßnahmen, noch offen sind.

„Wir erleben bei Straßenneu- und Ausbauprojekten immer wieder dasselbe Muster: Die Kosten explodieren, während Planung, Nutzen und tatsächlicher Bedarf zunehmend fragwürdig werden“, erklärt Leon Eckert. „Es ist falsch, weiter Milliarden in immer neue Straßenprojekte zu binden, während bestehende Infrastruktur verfällt und gleichzeitig Geld für Zukunftsmobilität fehlt.“

Besonders kritisch sieht Eckert, dass trotz der massiven Kostensteigerungen weiterhin an großflächigen Straßenneubauprojekten festgehalten werde, ohne deren wirtschaftlichen Nutzen grundlegend neu zu bewerten.

„Der Bundesverkehrswegeplan im Straßenbereich ist ein Dokument des fortschreitenden Zubetonierens von Natur und Landschaft gerade auch hier in Bayern. Er ist völlig überladen mit fragwürdigen Straßenneu- und Ausbauprojekten, deren verkehrlicher Nutzen oft kaum belegt ist, die aber Milliarden verschlingen, Flächen zerstören und dringend benötigte Investitionen in Bahn und öffentlichen Nahverkehr blockieren.“

Statt immer neue Straßen zu planen, müsse der Fokus aus Sicht des Abgeordneten auf der Sanierung bestehender Infrastruktur sowie auf Investitionen in klimafreundliche Mobilität liegen.

„Jeder Euro, der in fragwürdige Neubauprojekte fließt, fehlt bei der Instandhaltung maroder Infrastruktur sowie beim Ausbau von Bahn und öffentlichem Nahverkehr. Gerade deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Projekte kritisch zu hinterfragen, bevor weitere Kostensteigerungen entstehen – und die Prioritäten endlich stärker auf Erhalt, Schiene und klimafreundliche Mobilität zu legen“, so Eckert abschließend.

Hintergrund:

Anhängend finden Sie die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Leon Eckert sowie den Link zum Straßenbauprojekt im Projektinformationssystem (PRINS) des Bundesverkehrswegeplans mit dem Kostenstand aus dem Jahr 2014 (https://www.bvwp-projekte.de/strasse/B002-G030-BY/B002-G030-BY.html#h1_uebersicht).