10 Juni, 2026

Pressemitteilung von MdB Leon Eckert: 98 Prozent des Förderbedarfs bleiben ungedeckt – Anfrage offenbart Investitionsstau bei Sportstätten in der Region Ingolstadt

Berlin/Ingolstadt, 10. Juni 2026 – Eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) an die Bundesregierung offenbart den enormen Investitionsbedarf bei kommunalen Sportstätten in der Region.

Aus dem Wahlkreis Ingolstadt, zu dem die Kreisfreie Stadt sowie der Landkreis Eichstätt und Teile des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen gehören, wurden insgesamt 13 Interessenbekundungen in der diesjährigen Fassung des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ eingereicht. Ausgewählt wurde jedoch lediglich ein Projekt: Die Gemeinde Schernfeld soll für die Sanierung ihrer Turnhalle eine Förderung in Höhe von 517.500 Euro erhalten.

Dem stehen weitere beantragte Fördermittel von insgesamt 25.456.171 Euro gegenüber. Damit wurden nur rund zwei Prozent des angemeldeten Bedarfs berücksichtigt, während 98 Prozent der benötigten Mittel ausbleiben.

„Die Förderung für Schernfeld ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig zeigen die Zahlen aber schonungslos, wie groß der Investitionsstau in unseren Kommunen inzwischen geworden ist“, erklärt Eckert.

Die nicht berücksichtigten Projekte reichen von Schulturnhallen über Mehrzweckhallen bis hin zu Sportanlagen und Vereinsinfrastruktur.

Für Eckert liegt das Problem tiefer als bei einzelnen Förderprogrammen: „Wenn Kommunen knapp 26 Millionen Euro an Förderbedarf anmelden und am Ende nur gut eine halbe Million Euro bewilligt wird, dann zeigt das vor allem eines: Unsere Städte und Gemeinden sind strukturell unterfinanziert.“

Statt Kommunen regelmäßig auf zeitlich begrenzte Förderprogramme zu verweisen, brauche es eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzierung.

„Kommunen tragen immer mehr Verantwortung, erhalten aber nicht die finanziellen Mittel, um ihre Aufgaben dauerhaft erfüllen zu können. Das führt dazu, dass notwendige Investitionen Jahr für Jahr verschoben werden. Sporthallen, Schulen oder Vereinsheime dürfen nicht vom Glück abhängen, in einem Förderprogramm ausgewählt zu werden.“

Eckert fordert deshalb eine stärkere finanzielle Ausstattung der kommunalen Ebene: „Öffentliche Mittel müssen stärker dort ankommen, wo Menschen sie unmittelbar spüren – in den Städten und Gemeinden vor Ort. Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss den Kommunen endlich die Möglichkeit geben, ihre Infrastruktur verlässlich zu erhalten und auszubauen.“