4 November, 2025

Pressemitteilung: Leon Eckert, MdB: „Wer Atomkraft will, muss auch über Endlager vor der eigenen Haustür reden!“

Freising, 04. November 2025 – Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat neue Arbeitsstände zur Standortsuche für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle veröffentlicht. Teile der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Freising werden darin der Kategorie C zugeordnet – sie gelten also als geologisch weniger geeignet. Dennoch bleibt festzuhalten: Auch wenn die Region derzeit nicht im Fokus der Standortsuche steht, lässt sich ein Endlager dort langfristig erst einmal nicht vollständig ausschließen.

„Mit der neuen Einstufung wird deutlich: Auch bei uns bleibt die Endlagersuche ein Thema“, erklärt Leon Eckert, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für Freising, Pfaffenhofen und Schrobenhausen. „Aktuell ist kein Endlager in der Region zu erwarten, ausgeschlossen ist es aber auch nicht. Wer Atomkraft fordert, muss auch ehrlich über die Lagerung des Atommülls sprechen und bereit sein, sie vor der eigenen Haustür zu akzeptieren.“

Eckert verweist damit auf die anhaltenden energiepolitischen Debatten in Bayern. Nachdem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Wiederinbetriebnahme der bayerischen Atomkraftwerke monatelang gefordert hatte, erklärte er das Thema im Frühjahr 2025 schließlich für „abgehakt“. Für Eckert bleibt der Kurs der CSU jedoch widersprüchlich: „Wer einerseits die Renaissance der Atomkraft fordert und andererseits beim Thema Endlager auf Durchzug stellt, macht keine ehrliche Energiepolitik. Hochradioaktiver Müll verschwindet nicht einfach. Er bleibt für hunderttausende Jahre gefährlich und wird zur Hypothek für kommende Generationen. Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein.“

Für die Grünen steht weiter fest: Die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Transparenz, Wissenschaftlichkeit und Verantwortung über Generationen hinweg verlangt. „Die aktuelle Einstufung zeigt, dass es kein ‚irgendwo anders‘ gibt. Das Thema betrifft jede Region und lässt sich nicht einfach wegschieben. Eine nachhaltige Energiepolitik heißt, Verantwortung zu übernehmen. Sowohl für unsere Sicherheit heute als auch für die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen“, so Eckert abschließend.