Pressemitteilung: Leon Eckert MdB kritisiert Pläne zum Netzpaket von Wirtschaftsministerin Reiche: „Aus für die Energiewende – Bayern besonders betroffen“
Berlin/Freising, 27.02.2026 – Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für ein sogenanntes Netzpaket stoßen auf deutliche Kritik. Der vorliegende Entwurf sieht unter anderem vor, Entschädigungen für abgeregelte Wind- und Solaranlagen in bestimmten Netzgebieten zu streichen und neue finanzielle Hürden für Netzanschlüsse zu schaffen.
Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) warnt vor erheblichen Folgen für den Ausbau der Erneuerbaren: „Nicht der Netzausbau wird beschleunigt, sondern der Ausbau von Wind und Solar gebremst. Unter dem Schlagwort Kosteneffizienz werden Investitionsrisiken auf Kommunen, Bürgerenergiegesellschaften und mittelständische Projekte abgewälzt.“
Besonders problematisch sei der geplante sogenannte Redispatch-Vorbehalt. In Regionen mit wiederkehrenden Netzengpässen sollen neue Anlagen künftig ohne Anspruch auf Entschädigung abgeregelt werden können. „Drei Prozent Abregelung sind heute in vielen Regionen Normalität. Wer unter diesen Bedingungen investiert, geht ein kaum kalkulierbares Risiko ein – das gefährdet Projekte und treibt langfristig die Strompreise nach oben“, so Eckert.
Zudem treffen die geplanten Regelungen konkret die Menschen vor Ort. Viele Wind- und Solaranlagen stehen in der Trägerschaft von Bürgerenergiegenossenschaften oder kommunalen Stadtwerken. „Mit dem Wegfall von Entschädigungen wird Bürgerenergie direkt abgestraft. Das trifft Stadtwerke, Genossenschaften und damit die Menschen vor Ort – mit höheren Kosten und weniger Handlungsspielraum für Kommunen“, so Eckert.
Der Bundestagsabgeordnete richtet sich dabei insbesondere an die CSU-geführte Staatsregierung in Bayern. Jahrelang habe Ministerpräsident Markus Söder behauptet, Bayern werde unter Wirtschaftsminister Habeck benachteiligt. „Diese Erzählung war vorgeschoben. Die tatsächliche Benachteiligung droht jetzt – durch ein Netzpaket von Ministerin Reiche, das ausgerechnet stark belastete Netzregionen trifft“, so Eckert. Nach aktuellen Einschätzungen der Bundesnetzagentur zählen dazu große Teile Bayerns, insbesondere die Netzgebiete der Bayernwerke. Diese umfassen unter anderem die Landkreise Freising, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen, in denen die Drei-Prozent-Abregelungsgrenze bereits heute regelmäßig erreicht wird. Gerade dort würde der geplante Wegfall von Entschädigungen bei Netzengpässen den Ausbau von Wind- und Solarenergie faktisch zum Stillstand bringen. „Wo bleiben eigentlich jetzt Söders Beschwerderufe? In einer Situation, in der ganzen Regionen Förderstreichungen drohen, wären laute Klagen über Benachteiligung mehr als angebracht – stattdessen herrscht aus der Staatskanzlei plötzlich bemerkenswertes Schweigen“, kritisiert Eckert.
Statt Streichungen und neuer Unsicherheiten brauche es klare Prioritäten: einen deutlich beschleunigten Netzausbau, bundesweit einheitliche und digitalisierte Anschlussverfahren sowie verbindliche Anreize für Netzbetreiber, Kapazitäten schneller bereitzustellen. „Erneuerbare Energien machen Strom günstiger, sicherer und unabhängig von fossilen Importen. Wer ihren Ausbau in Schlüsselregionen ausbremst, entscheidet sich bewusst für höhere Preise und neue Abhängigkeiten. Erneut wird deutlich, dass Katherina Reiche die Interessen der fossilen Lobby über die der Menschen stellt“, so Eckert.
Abschließend betont er: „Dieses Netzpaket ist in dieser Form nicht tragbar. Jetzt muss die Koalition Verantwortung übernehmen und verhindern, dass die Energiewende ausgebremst wird – und Bayern am Ende tatsächlich benachteiligt wird, nachdem man jahrelang nur laut darüber geklagt hat.“
