Starke Organisationen statt Pflichtdienst für die Nachwuchsförderung

Leon Eckert, Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied im Innenausschuss und Berichterstatter für Bevölkerungsschutz, ordnet die Debatte über ein Pflichtjahr wie folgt ein:
„Der Bevölkerungsschutz in Deutschland ist maßgeblich geprägt durch den ehrenamtlichen Einsatz von rund 1,7 Millionen Menschen. Ob in der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk oder den verschiedenen Hilfsorganisationen arbeiten sie bundesweit freiwillig mit großer Begeisterung für die Sicherheit der Bürger*innen.
Die Debatte über einen Pflichtdienst halte ich an dieser Stelle für falsch. Nachwuchsförderung gelingt nicht über eine Verpflichtung, sondern über eine begeisterungsfähige und motivierende Organisationskultur. Um eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu betreiben, müssen sowohl interne Arbeitskulturen, als auch die Offenheit für alle gesellschaftlichen Gruppen ständig auf den Prüfstand gestellt werden. Ein Pflichtdienst könnte solche positiven Prozesse unterbinden und gegenläufige Fehlentwicklungen zementieren.
Oft ist es genau die starke Identifikation mit ihrem Einsatzbereich und die Motivation Freiwilliger, sich mit großer Leidenschaft in Themen zu vertiefen, die in Organisationen wie der Feuerwehr zu einem Aufbau von Know-How führen. Diese Motivation kann durch eine Verpflichtung niemals kompensiert werden. Im Gegenteil: in einem Pflichtdienst, zu dem man junge Menschen verdonnert, würden viele die Stunden wohl nur lustlos absitzen.
Deswegen setze ich mich für den Aufbau starker Organisationen im Bevölkerungsschutz ein, die für einen freiwilligen Einsatz attraktiv sind. Dabei gibt es viele Projekte anzupacken: gute Ausrüstung, fundierte Ausbildung oder eine Helfergleichstellungen, um nur einige Punkte zu nennen.
Geeigneter als einen Pflichtdienst nach der Schule finde ich außerdem, schon während der schulischen Ausbildung Grundwissen über Selbstschutz zu vermitteln oder in Wahlfächern eine Grundausbildung bei den örtlichen Feuerwehren,